18 / 19 · Der Ticketschalter auf dem Handy

Ace Ticket

Ace Ticket ist eine Ticketagentur aus Boston und verkauft Tickets für Sport, Konzerte und Theater in den ganzen USA. Ich habe ein App-Konzept gestaltet, in dem jede Liste, jede Karte und jede Bestätigung die Form eines Papiertickets aufnimmt.

Rolle
UI/UX Designer
Kunde
Ace Ticket, Boston
Branche
Detailhandel & E-Commerce
Jahr
ca. 2015
Leistungen
Interaktionsdesign, UI-Design, Mobile-App-Design

Die Kundschaft von Ace Ticket kennt die Marke vom Schalter: hingehen, ein Spiel aussuchen und mit dem gedruckten Ticket in der Hand wieder gehen. Von Boston aus verkauft die Agentur Plätze für Sport, Konzerte und Theater in den ganzen USA.

Auf dem Handy verschwindet dieses Ritual in austauschbaren Listen und Bezahlformularen. Fans, die Plätze für die Red Sox oder die Patriots kaufen, wollen vor dem Bezahlen zudem genau wissen, wo sie sitzen werden. Und viele holen ihre Tickets noch immer in einer Filiale ab.

Könnte sich die App wie ein Kauf am Schalter von Ace Ticket anfühlen und dabei Platzwahl und Abholung klarer machen, als es der Schalter je konnte?

Ich habe jedes Event in einen Ticketabschnitt verwandelt: grosses Datum, perforierte Ränder und ein Linien-Icon für die Art des Events. Bei der Platzwahl steht neben dem Sitzplan ein Foto der Sicht aus dem gewählten Sektor. Für die Abholung gibt es einen eigenen Stadtplan der Filialen mit Öffnungszeiten und Hinweisen für Spieltage. Gekaufte Tickets landen in Apple Passbook und können so nicht verloren gehen.

Meine Rolle

UI/UX Designer. Ich gestaltete Konzept und Screens der App, vom Stöbern und Suchen über die Platzwahl und die Abholung in der Filiale bis zu den digitalen Tickets.

Was es schwierig machte

  • Eine Marke vom Schalter

    Die App sollte das Gefühl eines Papiertickets transportieren, ohne zum skeuomorphen Spielzeug zu werden.

  • Sicherheit vor dem Kauf

    Premiumplätze sind teuer. Wer kauft, will vorher Sektor, Reihe und Sicht sehen.

  • Online und offline in einem Flow

    Viele holen ihre Tickets in einer Filiale ab. Standorte und Öffnungszeiten mussten deshalb Teil des Kaufprozesses sein.

  • Zwei Plattformen

    Das Konzept war für iOS und Android geplant, mit einer gemeinsamen Gestaltungssprache.

Fragen, die wir stellten

  1. Was bekommen Fans am Ticketschalter, das ihnen eine Listenansicht nimmt?
  2. Wie viel vom Veranstaltungsort muss man sehen, bevor man auf «Buy» tippt?
  3. Wo gehört die Abholung in der Filiale hin: in den Checkout oder jederzeit ins Menü?
  4. Wo soll das Ticket nach dem Bezahlen liegen, damit es nie verloren geht?
01

Ein Bogen Tickets

Der Homescreen zeigt kommende Events als abgerissene Ticketabschnitte: Datumsziffer, Event, Ort und ein zurückhaltendes Linien-Icon für Football, Theater oder Musik. Tabs trennen «Upcoming», «Local Sports» und «Featured», mit Boston als Standardort. Zuletzt angesehene Events stapeln sich wie ein Streifen Tickets vom Schalter.

Ein Bogen Tickets

Das ursprüngliche Konzept-Board: Event-Karten heben sich als Ticketabschnitte aus Papier vom Homescreen ab.

02

Stöbern, suchen, navigieren

Eine Featured-Ansicht tauscht die Abschnitte gegen Fotokarten, die sich als Favoriten speichern lassen. Die Suche startet mit Event-Vorschlägen in Boston. Eine dunkle Sidebar enthält Anmeldung, Ticket-Warenkorb, Filialen, Hilfe und Einstellungen.

Stöbern, suchen, navigieren

Sidebar, Featured-Karten und der Streifen zuletzt angesehener Events teilen eine rote Gestaltungssprache, die vom Ticket ausgeht.

03

Erst den Platz sehen, dann kaufen

Die Platzwahl läuft in drei Schritten. Zuerst kommt eine Liste der Sektoren mit Reihe, Anzahl und Preis, dann ein interaktiver Plan des Gillette Stadium. Zuletzt folgt ein Foto der Sicht aus dem gewählten Sektor. Anzahl und Preis stehen in einer gemeinsamen Auswahl neben einem einzigen Button «Buy Tickets».

Erst den Platz sehen, dann kaufen

Wer auf dem Sitzplan einen Sektor wählt, sieht die Sicht von diesen Plätzen.

04

Abholung und digitale Tickets

Ein Stadtplan in Graustufen zeigt die Filialen von Ace Ticket mit Adressen, Öffnungszeiten und Hinweisen für Spieltage, etwa längeren Öffnungszeiten an Red-Sox-Tagen. Gekaufte Tickets erscheinen unter «My Tickets» mit Barcode und einem Button «Add to Passbook», dazu kommt eine Version zum Ausdrucken.

Abholung und digitale Tickets
Abholung und digitale Tickets

Die Öffnungszeiten tragen Hinweise für Spieltage, und das gekaufte Ticket geht direkt in Passbook.

In Bewegung

Ergebnisse

  • 2geplante Plattformen (iOS und Android)
  • 8zentrale Flows gestaltet, vom Stöbern bis zu Passbook

Was ich mitnehme

  • Ein vertrautes Objekt nutzen. Der Ticketabschnitt bestimmte das Layout, die Schriftgrössen und den Ton.
  • Die grosse Frage an Ort und Stelle beantworten. Das Foto der Sicht vom Platz klärt die wichtigste Frage beim Kauf genau dann, wenn sie sich stellt.
  • Das Konzept testen. Heute bräuchte es Tests mit Nutzenden und echte Ergebnisse, die es stützen.
UI/UX Designer
Preetham Lawrence
Ein schwieriges Problem, das sich zu lösen lohnt?

Lösen wir es gemeinsam.

preetham.lawrence@icloud.com
+41 76 740 46 30Telefon
LinkedIn↗ Texte auf Medium↗

Designleiter in Zürich, Schweiz. Offen für Führungsrollen und ausgewählte Kooperationen.

© 2026 Preetham LawrenceÜbersicht