07 / 19 · Wo steigen neue Nutzende ein?

Andromeda

Andromeda bündelt die Daten, auf die Novartis Portfolioentscheide stützt. Ich leitete über 6–8 Monate ein UX-Audit, User Research und ein Redesign in Phasen, das jeder Persona einen eigenen Einstieg gab und den Customer Experience Index steigerte.

Rolle
Lead UX Strategist
Kunde
Novartis
Branche
Gesundheit & Life Sciences
Leistungen
UX-Strategie, UX-Audit & Heuristiken, Usability-Tests

Eine neue Nutzerin öffnet Andromeda, um eine Pipeline-Phase oder eine Prognose zu prüfen, und steht vor einer Wand aus Dashboards. Die Plattform bedient mehrere Personas und enthält die Daten hinter den Portfolioentscheiden von Novartis: Pipeline-Phasen, Zielwerte, Prognosen und Erkenntnisse zum Wettbewerb.

Die Daten waren reichhaltig, das Nutzungserlebnis aber zersplittert. Neue Nutzende wussten nicht, wo sie anfangen sollten, und standen vor einer steilen Lernkurve. Die Navigation war unklar und unterschied sich von Persona zu Persona. Features wurden ohne systematisches Feedback von Nutzenden ausgewählt, deshalb war die Umsetzung langsam und zielte auf Arbeit mit wenig Wirkung.

Was liesse eine so dichte Plattform einfach wirken, und wie könnte das Team belegen, dass sich jede Änderung lohnt?

Am Anfang stand eine Diagnose. Bestehende Studien, Feedback und Analytics zeigten die wiederkehrenden Pain Points, heuristische Reviews und moderierte Tests bestätigten sie. Ein Zielbild gab die Richtung vor, eine Matrix aus Wirkung und Aufwand, gemeinsam mit dem Produktteam verantwortet, die Reihenfolge. Fünf Prinzipien brachten Produkt, Design und Engineering auf eine Linie. Die Releases kamen in Phasen, mit einer für jede Persona überarbeiteten Informationsarchitektur. Der Customer Experience Index stieg messbar.

Meine Rolle

Lead UX Strategist. Ich leitete die UX-Strategie für Andromeda: Audit und Synthese bestehender Research-Ergebnisse, heuristische Evaluation, moderierte Tests, das Zielbild und fünf Designprinzipien. Mit dem Produktteam baute ich den Priorisierungsprozess auf, dazu die UX-Stufen, die jede Verbesserung vom Design bis zum getesteten Release führten.

Was es schwierig machte

  • Dichte Daten, viele Personas

    Jede Persona brauchte einen anderen Zugang zu denselben komplexen Portfoliodaten.

  • Kein klarer Einstieg

    Neue Nutzende standen vor einer Wand aus Dashboards und einem langen Menü an Reports, bevor sie etwas Brauchbares fanden.

  • Entscheide ohne Nutzende

    Features waren ohne systematisches Feedback von Nutzenden priorisiert worden, deshalb floss Aufwand in Arbeit mit wenig Wirkung.

  • Wandel ohne Bruch

    Ein laufendes, geschäftskritisches Tool musste sich Schritt für Schritt verbessern, ohne die gewohnte Arbeitsweise zu stören.

Fragen, die wir stellten

  1. Wo verlieren sich neue Nutzende, und warum?
  2. Welche Verbesserungen sind den Nutzenden am wichtigsten und für das Team jetzt machbar?
  3. Wie geben wir jeder Persona einen schlanken Einstieg, ohne die Tiefe zu verstecken, die andere brauchen?
  4. Welche Belege zeigen, dass eine Änderung wirklich geholfen hat?
01

Zu viele Türen

Nutzende verstanden kaum, wo sie anfangen sollten. Bis 2023 zeigte der erste Screen dichte Dashboards, Radialdiagramme, Tabellen und eine lange Liste von Reports. Neue Nutzende standen vor einer steilen Lernkurve, bevor ihnen Andromeda irgendeinen Nutzen brachte.

Zu viele Türen

Das alte Dashboard packte Reports, Zielwerte und Kennzahlen auf einen überfüllten ersten Screen; die Zahlen sind hier unkenntlich gemacht.

02

Entdecken und diagnostizieren

Wir sichteten bestehende Studien, Feedback und Analytics, um wiederkehrende Pain Points zu finden, führten heuristische Evaluationen durch und prüften unsere Hypothesen in moderierten Tests. Jede Verbesserung bekam eine Beschreibung: Pain Points, ein Screen des Zielbilds und eine UX-Empfehlung. Wir bewerteten sie nach Wichtigkeit für die Nutzenden und Machbarkeit für das Team. UX- und Produktteam priorisierten gemeinsam in Jira, das letzte Wort hatte der Product Owner.

Entdecken und diagnostizieren

Jede Verbesserung wurde nach Wichtigkeit für die Nutzenden und Machbarkeit für das Team bewertet.

03

Iterieren und verankern

Jede priorisierte Story durchlief über einen oder mehrere Sprints dieselben UX-Stufen. Wir verfeinerten die Screens und validierten sie mit Nutzenden, übergaben sie mit inspizierbaren Designs und Anforderungen, prüften das Frontend und testeten mit Nutzenden in der QA-Umgebung. Fünf Leitprinzipien hielten Produkt, Design und Engineering auf Linie: vereinfachen, konsistent bleiben, sichtbar machen, personalisieren und Nutzenden helfen, Fehler zu vermeiden und zu beheben.

Iterieren und verankern
Iterieren und verankern

Jede priorisierte Story durchlief dieselben UX-Stufen, geleitet von fünf gemeinsamen Prinzipien.

04

Ein Portfolio, viele Einstiege

Die überarbeitete Informationsarchitektur gibt jeder Persona eine schlanke Übersichtsseite mit personalisierten Empfehlungen. Ein Flow zur Datenexploration klappt Details erst auf, wenn sie gebraucht werden, und Boards und Favoriten unterstützen unterschiedliche mentale Modelle. Nutzende können aus fertigen Widgets eigene Dashboards bauen und teilen.

Eine schlanke Übersichtsseite mit Favoriten und Boards gibt jeder Persona einen eigenen Einstieg.

05

Die neu gestaltete Plattform

Von der Startseite, die mit der Suche beginnt, über radiale Portfolioansichten, Projekt-Timelines und Dashboards für Pipeline-Ziele bis zum Baukasten für eigene Ansichten: Die Screens teilen eine visuelle Sprache. Analytics und summative Tests leiteten das Feintuning nach jedem Release.

Die neu gestaltete Plattform
Die neu gestaltete Plattform
Die neu gestaltete Plattform

Radiale Portfolioansichten und ein Baukasten für eigene Dashboards teilen eine visuelle Sprache.

In Bewegung

Ergebnisse

  • 5Leitprinzipien, übernommen von Produkt, Design und Engineering
  • 2Phasen: diagnostizieren, dann iterieren und verankern
  • 6–8Monate Projektdauer
  • Messbarer Anstieg des Customer Experience Index (CXI)
  • Klarere Informationsarchitektur mit einfacherer Navigation für jede Persona
  • Jede Änderung mit Analytics und Tests validiert
  • Designprinzipien in der Umsetzung verankert, für langfristige Konsistenz

Was ich mitnehme

  • Einfachheit schafft Engagement. Schlanke Flows brachten mehr Zufriedenheit als neue Features.
  • In kleinen Phasen ausliefern. Releases in Phasen erzeugten einen Schwung, den ein Big-Bang-Redesign selten schafft.
  • Die Prinzipien teilen. Fünf Prinzipien und ein Zielbild liessen Produkt, Design und Engineering einheitlich entscheiden, ohne dass das UX-Team in jedem Raum sitzen musste.
Lead UX Strategist
Preetham Lawrence
Ein schwieriges Problem, das sich zu lösen lohnt?

Lösen wir es gemeinsam.

preetham.lawrence@icloud.com
+41 76 740 46 30Telefon
LinkedIn↗ Texte auf Medium↗

Designleiter in Zürich, Schweiz. Offen für Führungsrollen und ausgewählte Kooperationen.

© 2026 Preetham LawrenceÜbersicht